Rund 30 Bürgerinnen und Bürger aus Ratzeburg und dem Umland haben am vergangenen Wochenende an einer Bürgerwerkstatt zum Thema ‚Engagement & Demokratiestärkung‘ teilgenommen. Eingeladen hatte die Stadt Ratzeburg, zusammen mit der Servicestelle der ‚Ratzeburger Engagementstrategie‘ und der Koordinierungs- und Fachstelle der ‚Partnerschaft für Demokratie‘ der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. 

Im Mittelpunkt der Werkstatt stand zum einen die ‚Engagementstrategie der Ratzeburg‘. Karoline Michaelis und Nina Hehn vom Diakonischen Werk Herzogtum Lauenburg stellten hier die neugegründete Servicestelle und ihre Angebote vor. Ein besonderes Augenmerk legten sie dabei auf die  Präsentation der begleitenden Webseite www.ratzeburg-engagiert.de und der neugeschaffenen ‚Engagementbörse‘. Karoline Michaelis erklärte die Möglichkeiten, die diese Börse sowohl für Vereine vor Ort, aber auch für Engagierte, die ihr Ehrenamt suchen, zukünftig bieten kann. Schlüssel dafür ist, dass Angebote dort  zeitnah eingepflegt werden. Dabei will die Servicestelle unterstützen und auch konkret Hilfestellung leisten, während ihrer Öffnungszeiten, aber gerne auch vor Ort. 

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Büchereileiterin Dajana Stolz stellte im Rahmen der Bürgerwerkstatt zum Thema ‚Raumbörse‘ die Stadtbücherei als „Dritten Ort“ für bürgerschaftliches Engagement vor. © Stadt Ratzeburg

Aus der ‚Engagementstrategie der Stadt Ratzeburg‘ wurden anschließend zwei Strategiepunkte vorgestellt, die im Rahmen der Bürgerwerkstatt gemeinsam ausgestaltet werden sollten. Zu einem ging es um die Einrichtung einer Raumbörse. „Engagement braucht Orte. Die Stadt entwickelt mit Partnern eine Raumbörse, nutzt Leerständen Stadtteilen und stärkt bestehende Treffpunkte – etwa die Stadtbibliothek als ‚Dritten Ort'“, heißt es hierzu in der Engagementstrategie. Büchereileiterin Dajana Stolz konkretisierte diesen Punkt mit einem Blick auf die Stadtbücherei als sich entwickelndes „Wohnzimmer der Stadt“, in dem vielfältige Aktivitäten und Engagement möglich werden. Martin Strobel vom Bundesnetzwerk der Spendenparlamente mit Sitz in Thüringen griff einen weiteren Punkt der Engagementstrategie auf, die Einrichtung eines Spendenparlaments. In seinem Online-Vortrag skizzierte er, wie ein solches Förderinstrument Bürgerinnen und Bürger in die Lage versetzt, gemeinschaftlich, transparent und demokratisch über die Förderung lokaler Projekte mitentscheiden zu können. 

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Eine Arbeitsgruppe der Bürgerwerkstatt befasste sich mit der Idee eines „Spendenparlaments“. © Stadt Ratzeburg
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Eine Arbeitsgruppe der Bürgerwerkstatt befasste sich mit der Idee einer „Raumbörse“. © Stadt Ratzeburg

Seitens der Koordinierungs- und Fachstelle der ‚Partnerschaft für Demokratie‘ brachte Volkshochschulleiterin Silvia Tessmer zusammen mit Dr. Carsten Herzberg von mitMachen e.V. aus Potsdam das Thema „Bürgerhaushalt – Bürgerbudget“ in die Werkstatt ein. Ein Bürgerhaushalt bindet Einwohner in die generelle Planung und Beratung des gesamten städtischen Haushalts ein, während ein Bürgerbudget ihnen die direkte Entscheidung über einen festen, kleineren Geldtopf für konkrete lokale Projekte überlässt. Sie können ein wichtiger Beitrag zu mehr Bürgerbeteiligung sein. Beide Varianten wurden informativ und auch spielerisch den Werkstattteilnehmenden näher gebracht. 

Bild vergrößern: Dr. Carsten Herzberg von mitMachen e.V. informierte zu den Themen Bürgerhaushalt und Bürgerbudget.
Dr. Carsten Herzberg von mitMachen e.V. informierte zu den Themen Bürgerhaushalt und Bürgerbudget. © Stadt Ratzeburg

In einer anschließenden Arbeitsphase wurde zu diesen Themen in Kleingruppen gearbeitet und mögliche Umsetzungsstrategien entwickelt. An allen Arbeitstischen kam es dabei zu engagierten Diskussionen und vielen Ideen, die für die weitere Ausgestaltung dieser Instrumente hilfreich sein werden. In einem abschließenden Ausblick skizzierten die Servicestelle der ‚Ratzeburger Engagementstrategie‘ und die Koordinierungs- und Fachstelle der ‚Partnerschaft für Demokratie‘ die weitere Verwendung der Ergebnisse und den geplanten Fortgang in diesem drei Themenfeldern. Sie dankten allen Teilnehmenden für die angenehme und wertschätzende Arbeitsatmosphäre, die während des gesamten Werkstattverlauf zu spüren war. 

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